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Warme Bode

Die Fujifilm GFX 50S macht derzeit alle ganz huschig: digitales, spiegelloses Mittelformat mit einem 43,8 x 32,9 mm großem Sensor der 51,4 Megapixel auflöst und dabei erheblich günstiger ist als die Konkurrenz von Hasselblad  – hört sich vielversprechend an.

Ich hatte mich schon vor einigen Jahren für die Pentax 645Z interessiert, da ich zu der Zeit dabei war mich von den schweren DSLRs zu verabschieden und vermehrt auf spiegellose Systeme umzusteigen, machte eine doch schwere, klobige Pentax 645Z keinen Sinn. Die Fuji wiegt mit 825g ungefähr die Hälfte der 1.550g der Pentax.

Die Hasselblad X1D-50c startet die Klasse der spiegellosen Mittelformat Kameras, ich konnte ein Exemplar mal einige Minuten testen, die Bedienung war wirklich schrecklich, Funktionen sind in dem eigentlich schönen Touchscreen Menü teilweise versteckt, Änderungen benötigen meistens zu viele Schritte. Die Kamera stürzte mehrfach ab. Es gibt inzwischen eine Reihe von Firmware Updates, wenn man die vielen Berichte im Internet verfolgt sind noch längst nicht alle Bugs ausgemerzt, einige Unzulänglichkeiten werden konstruktionsbedingt nicht zu lösen sein. Dazu die Preise, der Body einer X1D 50c kostet ca. 9.400€, das sind immerhin ca. 2.400€ mehr als der empfohlene Verkaufspreis der Fuji GFX 50S.

Fuji bietet einen H-Mount Adapter für HC Objektive. Fotodiox und Kipon haben eine Reihe an Adaptern für verschiedene Objektivanschlüsse angekündigt.

Neue Kamera mit neuem Sensor hieß zunächst keine Lightroom (LR) Unterstützung, die gute Qualität der Fuji jpgs tröstet zunächst ein wenig, dennoch versuchte ich mich an diversen RAW Konvertern oder Tools um die GFX raf Dateien in Formate zu wandeln die LR oder Capture One 10 Pro (CO)  lesen können. Die Ergebnisse ließen sehr zu wünschen übrig bzw. war die Umstellung auf andere RAW Konverter zu lästig. Zum Glück hat Adobe Lightroom und Camera Raw recht schnell aktualisiert. Auf Capture One müssen wir heute am 17. März 2017 noch warten. Man muss bedenken das die GFX in Konkurrenz zu den Phase One Systemen tritt und da wird das Interesse CO zu aktualisieren nicht die höchste Priorität haben.

Was mir nicht mehr bewusst war, ist das Lightroom Dateien die es nicht unterstützt gar nicht importiert, es kommt die Fehlermeldung und ich bin irgendwie davon ausgegangen das die raf Dateien trotzdem auf mein Thunderbolt RAID kopiert wurden sie nur nicht angezeigt werden, war wohl mein Denkfehler, das Ergebnis ist das meine RAW Dateien der ersten Tage verloren sind. Man lernt nie aus.

Die ersten Aufnahmen mit der GFX50s machte ich in Alfeld bei den Fagus Werken, die jpgs sind schon sehr gut ich hätte nur gerne die RAW Dateien weil sich nach dem Update von LR gezeigt hat das diese wie immer überlegen sind.

Fagus Werke Alfeld

Noch vor dem LR Update habe ich einige Fotos in meiner Geburtsstadt Hildesheim gemacht, ein Panorama von einer Aussichtsterrasse im Berghölzchen, die Umwandlung der rafs mit dem Iridient X-Transfomer in dng Dateien funktionierte und die dngs wurden in Lightroom erkannt, Capture One konnte die Dateien nicht öffnen, im Netz finden sich Anleitungen wie man mit dem exif-tool die Dateien so verändert das CO sie öffnet, das war mir zu umständlich.

Die in dng umgewandelten raf Dateien versuchte ich mit meinem neue MacBook Pro 15″ (Late 2016) in LR zu stitchen, dies brachte das MacBook voll an seine Grenzen, es rächt sich hier besonders das Apple den Arbeitsspeicher auf maximal 16GB beschränkt, seit dem Update von LR lassen sich Aufgaben wie Panorama und HDR wieder gut erledigen.

Panorama Hildesheims vom Beghölzchen

Eines meiner nächsten Ziele war Kassel, zunächst habe ich einige HDR Aufnahmen in der Karlsaue gemacht, anschließend bin ich zum Schloss Wilhelmshöhe gefahren, es dämmerte bereits. Im Fotorucksack waren neben der GFX auch die Leica M10 und eine Rolleiflex SL 66. Es zeigte sich schnell das die GFX bei Langzeitbelichtungen erstaunlich gut ist, ein sehr erfreuliches Shooting mit vielen schönen Fotos und einem Grinsen in meinem Gesicht das den Kauf der Fuji voll rechtfertigt.

HDR Orangerie Karlsaue

HDR Schloss Wilhelmshöhe

Am 13. März fuhr ich nach Braunlage im Harz, hier hatte ich schon länger vor die Bode Wasserfälle zu fotografieren, trotz meiner Recherche im Netz verfehlte ich mein Ziel etwas, ich habe eine kleine Stromschnelle für die Wasserfälle gehalten, es sind dennoch sehr schöne Fotos entstanden. Ich verwendete zunächst einen Lensinghouse ND 32.000 Filter (+15 Blenden), dieser war aber im Schatten dann doch zu heftig, so das ich auf meinen Lee Little Stopper (6 Blenden) wechselte und damit erzielte ich bei Blende 16 mit 20 Sekunden Belichtungszeit schöne Ergebnisse.

Warme Bode bei Braunlage

Auf dem Heimweg durch Bad Lauterberg hielt noch kurz einer „alten“ Tankstelle, diese ist liebevoll mit alten Zapfsäulen ausgestattet.

„Alte“ Tankstelle in Bad Lauterberg

Zu Hause angekommen lass ich erneut die Wegbeschreibung im Netz und ein Video auf Youtube bestätigte mir das ich nicht weit genug gelaufen war, also machte ich mich gestern erneut auf dem Weg, diesmal lief ich ca. 1 km weiter bis zu den eigentlichen Bode Wasserfällen.

Alle Fotos der beiden Tage findet ihr in meinem Flickr Album Braunlage – Bad Lauterberg.